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Leipziger Neuseenland - ein kleines urbanes Paradies

28.08.2015 – In meiner Kindheit glich es einer "Mond-Landschaft": Das Territorium im Süden Leipzigs. 1937 bis 1996 war die Zeit des intensiven Kohlebergbaus. Viele Orte - so auch die Geburtshäuser meiner Großeltern - sind den Tagebau-Baggern zum Opfer gefallen. Ein trauriger Anblick. Seit 1997 wird das Terrain mit viel Herzblut und Engagement renaturiert. Am vergangenen Wochenende durchwanderte ich das Gebiet rund um den Markkleeberger See. Er ist einer der zentralen Gewässer des Leipziger Neuseenlands. Nur eine Dreiviertelstunde liegt das Naherholungsgebiet mit der Straßenbahn vom Zentrum entfernt.

Wasser hatte schon von jeher eine “Urlaubswirkung” auf mich. Glitzernd liegt der Markkleeberger See zu meinen Füßen. Ich atme tief ein und entspanne merklich. Knapp zehn Kilometer ist der Ufer-Rundweg lang, den ich – ausgerüstet mit meiner Kamera – nun gemütlich erwandern werde.

Am Horizont sehe ich weiß bewölkte Schornsteine, den letzten Tagebau-Bagger – nun Kohlebergbau-Museum, den Messeturm und das “Buch” – den Uni-Turm. Die Sicht ist so gut, dass ich heute sogar das Völkerschlachtdenkmal in der Ferne lokalisieren kann. Mit der Straßenbahn sind es zirka 30 Minuten bis ins Stadtzentrum. Hier draußen spüre ich davon nichts. Ich bin mitten in der Natur.

Die ersten Vögelschwärme – Schwalben glaube ich zu erkennen – sammeln sich für die Reise nach Süden. Salamander sonnen sich auf der heißen Erde. Der ein oder andere Regenwurm bohrt sich wieder ins Erdreich nach dem warmen Sommerregen. Ich begegne kaum einer Menschenseele. Im Leipziger Neuseenland verteilt sich alles großzügig in der Fläche. Und wenn doch, sind es strahlende Gesichter. Man grüßt sich freundlich.

Ich genieße das Knirschen der Sohlen auf dem Kies. Später kann ich auch am Sandstrand barfuß durchs Ufer waten. Herrlich! Beflügelt von Eindrücken gehen meine Gedanken spazieren. Ich tanke Energie für die zweite Jahreshälfte. Freue mich über das Ping-Pong der Ideen und weiß, dass sie zurück am Schreibtisch zu gegebener Zeit abrufbar sein werden.

Dabei gehe ich meinem schönsten Hobby nach: Fotografieren und Filmen. Beides verstärkt die meditative Wirkung der Bewegung in der Natur. Zudem kann ich die Erinnerungen mit Bildern verstärken. In diesem Minimalismus liegt die besondere Freude und Kraft.

Die komplette Foto-Story findest Du unter:
madiko > Zeitmaschine > Reportagen Foto & Film > Sommer-Wanderung am Markkleeberger See

Bleib neugierig,

Fotos: CC-BY-ND madiko

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